Bestimmung des Schmelzindex (MFR und MVR)

Der Schmelzindex ist ein standardisiertes Prüfverfahren um die Fließrate von Kunststoffen bei einer definierten Temperatur und konstant wirkender Kraft zu bestimmen. Das Prüfverfahren ist in den gängigen Prüfnormen ISO 1133 und ASTM D 1238 standardisiert.
Ein thermoplastischer Kunststoff wird in einem Kanal zum Schmelzen gebracht. Das Auflegen eines Gewichtes bewirkt einen konstanten Druck auf die Polymerschmelze. Am unteren Ende des Prüfkanals befindet sich eine standardisierte Düse durch welche die Kunststoffschmelze extrudiert wird. Gemessen wird die Masse bzw. die Melt Volume Rate (MVR), welche in einer definierten Zeiteinheit aus dem Kanal fließt und in cm3/10min angegeben wird.
Die Melt Flow Rate (MFR) kann wiederum bei bekannter Dichte aus dem MVR bestimmt werden. Ein abwiegen des extrudierten Stranges ist bei diesem Messverfahren nicht notwendig.

Die Bestimmung des Schmelzindex wird sehr häufig in der Wareneingangskontrolle von Kunststoffverarbeitern eingesetzt. Da bei diesem Prüfverfahren bereits minimale Schwankungen in der Verteilung des Molekulargewichtes identifiziert werden können.

Bestimmung des MFR nach Methode A
Bei der Bestimmung des MFR nach Methode A wird in konstanten Zeitintervallen der extrudierte Materialstrang abgeschnitten. Mittels einer Laborwaage werden die Strangabschnitte abgewogen und die resultierende Masse pro Zeiteinheit in g/10min. angegeben.

Bestimmung des MVR nach Methode B
Bei der Bestimmung des MVR nach Methode B wird das extrudierte Volumen der Polymerschmelze ermittelt und in cm3/10min. angegeben. Die gemessene Schmelzedichte ermöglicht eine Umrechnung des MVR Messwert in den MFR Messwert.

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