D

Dehnungsgeschwindigkeit

Geschwindigkeit der relativen Abstandsänderung zwischen zwei Punkten, d. h. dl/ldt, wenn l der Abstand zwischen diesen beiden Punkten zum Zeitpunkt t ist.

F

Fließen

Ein Prozess der Verformung, der durch die Abwesenheit irgendeiner privilegierten makroskopischen Konfiguration charakterisiert ist und dazu neigt, sich selbst nach Entfernen der Spannung wiederherzustellen; die Spannung kann von der gegenwärtigen Verformungsgeschwindigkeit abhängen, von der Zeit und der Verformungsgeschichte, wobei die Verformungen vom aktuellen Zeitpunkt an gemessen werden. Beispiele: Fließen einer Flüssigkeit, Fließen eines Festkörpers oberhalb der Streckgrenze, wenn es keine Kaltverfestigung gibt.

K

Kalibrierlabor

Als Kalibrierlabor wird ein Raum bezeichnet, in welchem Kalibrierungen von Messgeräten mit Messmitteln durchgeführt werden können, die auf nationale oder internationale Normale rückgeführt sind im Folgenden auch als (Norm)Messgerät bezeichnet. Für eine solche Kalibrierung müssen Messgrößen wie beispielsweiße das Drehmoment oder die Temperatur festgelegt werden, welche dann durch einen Abgleich des zu kalibrierenden Gerätes mit einem (Norm-) Messgerät kalibriert werden. Die dabei verwendeten (Norm-)Messgeräte sind in einem Kalibrierschein dokumentiert und unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle. Auch sind die aus der Überprüfung erhaltenen Ergebnisse in einem Kalibrierschein mit separatem Messprotokoll unter Angabe der kleinsten Messunsicherheit festgehalten.

P

Prüflabor

Als Prüflabor wird ein Raum bezeichnet, in welchem überwiegend nach ISO oder ASTM standardisierte Prüfprozesse durchgeführt werden. Sind keine ISO oder ASTM Normen für bei Göttfert bereits etablierte Prüfprozesse vorhanden, entwickeln wir hauseigene Normen, sogenannte Werksnormen. Diese definierten Normen dienen sowohl der qualitativen Sicherung in der Qualitätskontrolle unserer Prüfgeräte, als auch der qualitativen Sicherung unserer Service-Wartungen. So können in unserem Prüflabor rheologische Lohnmessungen und Gerätedemonstrationen nach standardisierten und akkreditierten Prozessen durchgeführt werden. Das durch die abgeschlossene bauliche Unternehmenserweiterung und Modernisierung wurde das GÖTTFERT Prüflabor erheblich erweitert und nach ISO 17025 akkreditierte. Dieses steht neben Normprüfungen und Werksnormprüfungen auch für Gerätedemonstrationen unseren Kunden zur Verfügung.

PVT-Messung

PVT steht für Pressure Volume Temperature. Es wird zwischen einer isothermen und einer isobaren PVT-Messung unterschieden. Bei einer solchen Messung wird das spezifische Materialverhalten in Bezug auf Druck, Temperatur und Volumen ermittelt.
GÖTTFERT bietet die PVT-Messung als Add-on für den Rheograph, oder auch als eigenständiges pvt500 Gerät an.

R

Relaxationsversuch

Ein Versuch, bei dem einem Körper, der für die Zeit t < to im Gleichgewicht war, zum Zeitpunkt to eine Verformung aufgezwungen wird, die anschließend konstant gehalten wird. Gemessen wird die daraus resultierende Spannung zu verschiedenen Zeitpunkten t > to.

S

Schmelzindex

Die Bestimmung der Schmelzfließrate erfolgt nach der DIN EN ISO 1133 und ist charakteristisch für das Fließverhalten bzw. die Viskosität eines thermoplastischen Werkstoffes. Die Schmelzeviskosität wird mittels Schmelzindexprüfung unter festgelegten, werkstoffspezifischen Belastungen und Temperaturen ermittelt. Dazu wird die granulatförmige Probe in einem beheizbaren Zylinder aufgeschmolzen. Nach einer Vorwärmphase von fünf Minuten wird die Schmelze über einen Kolben, dem ein Gewicht aufliegt, durch eine Düse mit definiertem Durchmesser gepresst. Die Menge an Schmelze, die so innerhalb einer bestimmten Zeit durch die Düse fließt, ergibt den MVR- bzw. den MFI-Wert. Je nach Prüfverfahren wird entweder das Volumen pro Zeit (MVR) oder die Masse pro Zeit (MFI) ermittelt. Beide Werte lassen sich mit Hilfe der Schmelzedichte bei der verwendeten Prüftemperatur und unter Berücksichtigung des Prüfdruckes ineinander umrechnen. Aufgrund der einfachen Bedienung wird diese Methode häufig in der Qualitätssicherung eingesetzt.

V

Viskosität

Die Viskosität η (auch als dynamische oder kinematische Viskosität bezeichnet) beschreibt die Fließfähigkeit oder das Fließverhalten von Flüssigkeiten bzw. Fluiden, d. h. den inneren Widerstand gegen eine von außen wirkende Beanspruchung. Je kleiner die Viskosität, umso dünnflüssiger, d. h. fließfähiger ist das Fluid, d. h. die Flüssigkeit. Der Kehrwert der Viskosität 1/η wird als Zähflüssigkeit bezeichnet. Im Bereich fester Körper ist die Viskosität aufgrund der vergleichsweise großen inneren Reibung sehr hoch. Bei Kunststoffen ist die Viskosität allerdings keine Konstante, sondern sie verringert sich in der Regel in Abhängigkeit von der Temperatur und abnehmender Dehnrate. Hier werden die Begriffe Zähigkeit, Duktilität und Sprödigkeit zur Eigenschaftsbewertung der Werkstoffe herangezogen

Volumenviskosität

Für eine Newton'sche Flüssigkeit ist die mittlere Spannung p eine lineare Funktion der räumlichen Dehnung deren zwei Koeffizienten vom spezifischen Volumen Vs und der Temperatur T abhängen: P = Po (Vs, T) + X (Vs, T) θ
Die Volumenviskosität ist der Koeffizient x von θ in der obigen Beziehung.

W

Wärmeleitfähigkeit

Kunststoffe weisen von Natur aus eine geringe Wärmeleitfähigkeit von meist < 0,1 W/mK auf. Durch die Zugabe von geeigneten Füllstoffen kann die Wärmeleitfähigkeit der Probe um einen Faktor > 100 gesteigert werden.

Die Wärmeleitfähigkeit eines Materials, angegeben in W/mK, ist diejenige Wärmemenge, die im stationären Zustand in einer bestimmten Zeiteinheit durch einen Körper bestimmten Querschnittes hindurchgeht. Die Messung der Wärmeleitfähigkeit kann mit unterschiedlichen Verfahren erfolgen. 

Aufgrund des Fließverhaltens von Kunststoffen und der Ausrichtung von Füllstoffen in Abhängigkeit der Verarbeitungsparameter und Bauteilgeometrie, kann mit demselben Material an verschiedenen Bauteilen eine sehr unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit erzielt werden. 

Vertrieb Service