Ganz gleich, ob Primärkunststoffe, Rezyklat oder Compounds verarbeitet werden, jede Materialcharge bringt ihre eigenen Eigenschaften mit. Bereits geringe Unterschiede im Material können das Fließverhalten beeinflussen und sich auf den gesamten Produktionsprozess auswirken. Die Folgen reichen von veränderten Zykluszeiten im Spritzguss über instabile Extrusionsprozesse bis hin zu Maßabweichungen oder einer erhöhten Ausschussquote.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Kunststoffverarbeitung kontinuierlich. Rezyklate gewinnen an Bedeutung, Materialrezepturen werden komplexer und die Qualitätsanforderungen wachsen. Umso wichtiger ist es, Materialeigenschaften nicht erst am fertigen Bauteil zu beurteilen, sondern bereits vor und während der Verarbeitung zu verstehen und das Kunststoffgranulat hinsichtlich der Fließeigenschaften zu prüfen.
Rheologische Prüfverfahren liefern genau diese Informationen. Sie helfen dabei, Materialschwankungen frühzeitig zu erkennen, Produktionsprozesse zu optimieren und Werkstoffe objektiv miteinander zu vergleichen. So schaffen sie die Grundlage für reproduzierbare Ergebnisse und eine gleichbleibend hohe Produktqualität.