Kunststoffverarbeitung

Rheologische Prüftechnik für Prozessoptimierung und höchste Materialqualität

Ob Spritzguss, Extrusion, Blasformen oder Folienproduktion. Mit den Prüfsystemen von GÖTTFERT überwachen Sie Materialeigenschaften zuverlässig, erkennen Schwankungen frühzeitig und schaffen die Grundlage für konstante Produktqualität und wirtschaftliche Produktionsprozesse.

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Qualität beginnt beim Material

Von der Materialprüfung bis zur Prozessüberwachung

Ganz gleich, ob Primärkunststoffe, Rezyklat oder Compounds verarbeitet werden, jede Materialcharge bringt ihre eigenen Eigenschaften mit. Bereits geringe Unterschiede im Material können das Fließverhalten beeinflussen und sich auf den gesamten Produktionsprozess auswirken. Die Folgen reichen von veränderten Zykluszeiten im Spritzguss über instabile Extrusionsprozesse bis hin zu Maßabweichungen oder einer erhöhten Ausschussquote.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Kunststoffverarbeitung kontinuierlich. Rezyklate gewinnen an Bedeutung, Materialrezepturen werden komplexer und die Qualitätsanforderungen wachsen. Umso wichtiger ist es, Materialeigenschaften nicht erst am fertigen Bauteil zu beurteilen, sondern bereits vor und während der Verarbeitung zu verstehen und das Kunststoffgranulat hinsichtlich der Fließeigenschaften zu prüfen.

Rheologische Prüfverfahren liefern genau diese Informationen. Sie helfen dabei, Materialschwankungen frühzeitig zu erkennen, Produktionsprozesse zu optimieren und Werkstoffe objektiv miteinander zu vergleichen. So schaffen sie die Grundlage für reproduzierbare Ergebnisse und eine gleichbleibend hohe Produktqualität.

Gut zu wissen

Zwei Materialchargen können auf dem Datenblatt identisch sein, lassen sich jedoch trotzdem unterschiedlich verarbeiten.

Das Fließverhalten einer Kunststoffschmelze wird nicht nur durch Unterschiede in der molaren Masse und der Molekularmassenverteilung beeinflusst. Auch Faktoren wie die Lagerungsbedingungen des Prüfmaterials, Feuchtigkeitsaufnahme, Temperaturunterschiede sowie Alterungs- und Umwelteinflüsse können die rheologischen Eigenschaften verändern.

Diese Effekte können sich beispielsweise in veränderten Zykluszeiten, instabilen Extrusionsprozessen oder Maßabweichungen bemerkbar machen. Eine rheologische Prüfung macht solche Veränderungen frühzeitig sichtbar, bevor sie sich negativ auf die Produktion und die Bauteilqualität auswirken.



Typische Herausforderungen

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Materialprobleme zeigen sich häufig erst in der Verarbeitung. Vielleicht kennen Sie eine oder mehrere dieser Situationen:

• Eine neue Materialcharge verhält sich anders als die vorherige
• Der Rezyklatanteil soll erhöht werden, ohne die Prozessstabilität zu gefährden
• Zykluszeiten oder Extrusionsdrücke verändern sich trotz gleicher Einstellungen
• Die Ursache einer Reklamation soll nachvollzogen werden
• Eine neue Rezeptur oder ein neuer Werkstoff muss bewertet werden

Rheologische Messungen helfen dabei, Materialeinflüsse sichtbar zu machen und Ursachen gezielt einzugrenzen.


ANWENDUNGEN

Wenn Werkstoffprüfung zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird

Je nach Problemstellung sind unterschiedliche Informationen über das Material erforderlich. Rheologische Prüfverfahren helfen dabei, die Ursache einzugrenzen und die passende Entscheidung für die Verarbeitung zu treffen.

Gleiche Materialbezeichnung, anderes Verarbeitungsverhalten? Mit MFR und MVR lassen sich Abweichungen zwischen Chargen schnell erkennen. Für eine detailliertere Analyse und Charakterisierung des Fließverhaltens kann die Kapillarrheometrie eingesetzt werden.

Unsere Lösung: Schmelzindex-Prüfgeräte

Unsere Lösung: Kapillarrheometer

 

Veränderte Drücke, instabile Extrusion oder schwankende Zykluszeiten können auf Unterschiede im Materialverhalten hinweisen. Kapillarrheologische Messungen mit GÖTTFERT Online-Rheometern ermöglichen die Untersuchung unter unterschiedlichen Scherbedingungen und Temperaturen im laufenden Prozess.

Unsere Lösung: Kapillarrheometer

 

Rezyklate können stärkeren Qualitätsschwankungen unterliegen als Primärwerkstoffe. Rheologische Prüfungen helfen, Chargen zu bewerten, mit Referenzmaterialien zu vergleichen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Unsere Lösung: Schmelzindex-Prüfgeräte

Unsere Lösung: Kapillarrheometer

 

Bei Folien sind neben dem Fließverhalten auch die Stabilität der Schmelze beim Dehnen entscheidend. Dehnrheologische Messungen zeigen, wie sich das Material beim Abziehen verhält und wann der Strang instabil wird oder abreißt.

Unsere Lösung: Dehnungstester

 

Wie wirkt sich eine Rezepturänderung auf die spätere Verarbeitung aus? Rheologische Messungen machen Unterschiede zwischen Werkstoffen messbar und ermöglichen einen objektiven Vergleich verschiedener Materialvarianten.

Unsere Lösung: Kapillarrheometer

 

Statt ausschließlich Stichproben im Labor zu untersuchen, können rheologische Eigenschaften auch während der laufenden Produktion überwacht werden. Veränderungen im Material oder Prozess werden dadurch unmittelbar sichtbar.

Unsere Lösung: Online-Rheometer

 


PASSENDE PRÜFTECHNIK

Unsere Lösungen für die Kunststoffverarbeitung

Von der schnellen Materialkontrolle bis zur detaillierten Charakterisierung und kontinuierlichen Prozessüberwachung, für unterschiedliche Aufgaben stehen spezialisierte Prüfsysteme zur Verfügung.

Schmelzindex-Prüfgeräte

Einsatz

Schnelle und normgerechte Materialkontrolle

Geeignet für

Neuware, Compounds, Rezyklate und PET

Typische Aufgaben

Chargenvergleich, Wareneingang, Qualitätskontrolle, Materialfreigabe, IV Bestimmung

Besonders relevant für

Spritzguss, Extrusion, allgemeine Qualitätssicherung

Kapillarrheometer

Einsatz

Detaillierte rheologische Materialcharakterisierung

Geeignet für

Anspruchsvolle Analyse von Kunststoffschmelzen unter unterschiedlichen Prozessbedingungen

Typische Aufgaben

Materialcharakterisierung Prozessprobleme analysieren, Fließverhalten untersuchen, Materialien vergleichen, Rezepturen entwickeln, Prozesssimulation unterstützen

Besonders relevant für

Spritzguss, Extrusion, Materialentwicklung

Online-Rheometer

Einsatz

Kontinuierliche rheologische Prozessüberwachung

Geeignet für

Produktionsprozesse, bei denen Materialveränderungen unmittelbar erkannt werden sollen, Recyclingprozess

Typische Aufgaben

Prozessschwankungen erkennen, Materialqualität kontinuierlich überwachen, Prozessdaten erfassen, Qualität produktionsnah absichern

Besonders relevant für

Extrusion, Compoundierung, kontinuierliche Produktionsprozesse und Recycling

Dehnungstester

Einsatz

Untersuchung des Dehnverhaltens von Kunststoffschmelzen

Geeignet für

Anwendungen, bei denen die Schmelzestabilität unter Dehnbeanspruchung entscheidend ist

Typische Aufgaben

Schmelzestabilität bewerten, Materialien vergleichen, Verarbeitungsfenster untersuchen, Materialentwicklungen absichern

Besonders relevant für

Folien, Fasern und Extrusionsanwendungen

Laborextruder

Einsatz

Material und Prozessuntersuchungen im Labormaßstab

Typische Aufgaben

Materialien verarbeiten und vergleichen, Rezepturen untersuchen, Extrusionsversuche durchführen, Prozesse entwickeln

Relevant für

Materialentwicklung, Forschung und Prozessentwicklung


AUS DER PRAXIS

Mythos oder Realität?

Rund um die rheologische Prüfung von Kunststoffen halten sich einige Annahmen hartnäckig. Doch was stimmt tatsächlich? Wir ordnen typische Aussagen aus der Kunststoffverarbeitung ein.

Mythos.

Welche Messung sinnvoll ist, hängt von der Fragestellung ab. Ein Chargenvergleich benötigt andere Informationen als eine detaillierte Materialentwicklung oder die Analyse eines instabilen Produktionsprozesses.

 

Mythos.

Unterschiede in Molekulargewicht, Molekulargewichtsverteilung, Rezeptur oder Materialhistorie können das Verarbeitungsverhalten beeinflussen. Auch zwischen verschiedenen Chargen können relevante Unterschiede auftreten.

 

Realität.

Veränderte Drücke, instabile Extrusionsprozesse oder schwankende Zykluszeiten können mit Veränderungen der Materialeigenschaften zusammenhängen. Rheologische Messungen helfen, solche Unterschiede sichtbar und vergleichbar zu machen.

 

Mythos.

Der Rezyklatanteil allein erlaubt keine ausreichende Aussage über die Qualität oder Verarbeitbarkeit. Entscheidend sind die tatsächlichen Materialeigenschaften und deren Eignung für die jeweilige Anwendung.

 

Realität.

Materialchargen können geprüft und mit Referenzwerten verglichen werden, bevor sie in die Produktion gelangen. Abweichungen lassen sich dadurch erkennen, bevor das Material verarbeitet wird.

 


WISSEN AUS DER PRAXIS

Rheologie im Einsatz


HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Fragen zur rheologischen Prüfung in der Kunststoffverarbeitung

 

Für schnelle Qualitätskontrollen und den Vergleich von Materialchargen liefern MFR und MVR wichtige Kennwerte. Soll das Materialverhalten unter unterschiedlichen Prozessbedingungen detailliert untersucht werden, sind weiterführende rheologische Prüfungen sinnvoll.

 

 

Das hängt von der Fragestellung ab. Für die schnelle Materialkontrolle kann eine Schmelzindexprüfung ausreichend sein. Für die Untersuchung des Fließverhaltens unter unterschiedlichen Scherbedingungen sowie für Materialentwicklung und Prozesssimulation bietet die Kapillarrheometrie deutlich umfangreichere Informationen.

 

 

Neben MFR und MVR ist insbesondere die Kapillarrheometrie relevant. Bei Anwendungen wie Folien oder Fasern kann zusätzlich das Dehnverhalten der Schmelze entscheidend sein. Für eine kontinuierliche Überwachung während der Produktion kann Online-Rheometrie eingesetzt werden.

 

 

Rheologische Prüfungen ermöglichen den Vergleich unterschiedlicher Rezyklatchargen und die Erkennung von Veränderungen im Materialverhalten. Welche Messung sinnvoll ist, hängt vom Polymer und der späteren Verarbeitung ab.

 

 

Ja. Mit Online-Rheometern können rheologische Eigenschaften kontinuierlich im laufenden Prozess erfasst werden. Dadurch lassen sich Veränderungen unmittelbar erkennen und dokumentieren.

 



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